Blumen auf dem Haltestellen-Dach: Auch in Frankfurt denkbar?

Mit bienenfreundlich bepflanzten Haltestellen-Dächern nimmt Utrecht aktuell eine Vorreiterrolle ein. Die Idee gefällt vielen Menschen — aber wäre das auch in Frankfurt realistisch?

Blumen auf dem Haltestellen-Dach: Auch in Frankfurt denkbar?

Seit einigen Wochen machen die Bilder aus der niederländischen Stadt Utrecht die Runde auf Facebook, Twitter und in den Medien: Dort gibt es seit kurzem bienenfreundliche Haltestellendächer. Sie sind begrünt und bepflanzt, bieten Bienen und anderen Insekten Lebensraum und sollen die Luftqualität verbessern. Was in Utrecht ein Beitrag zum Natur- und Klimaschutz ist, gibt es in Deutschland zumindest in der Form noch nicht. Aber könnte sich das schon bald ändern?

„Die VGF steht einer solchen Idee prinzipiell positiv gegenüber“ - Sprecherin der VGF

Auch viele Frankfurter können sich bienenfreundliche Haltestellendächer an Bus und Straßenbahn-Stationen vorstellen. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die für die Wartehäuschen zuständig ist, findet den Ansatz nicht schlecht. „Die VGF steht einer solchen Idee prinzipiell positiv gegenüber“, so eine Sprecherin gegenüber Merkurist.

Es scheitert an der Statik

Doch einfach begrünen kann man die bestehenden Haltestellenhäuschen nicht. „Eine Nachrüstung vorhandener Haltestellendächer ist aus unserer Sicht nicht möglich, da es hier aufgrund der Mehrlast durch Erde/Bewuchs und eingelagertem Wasser zu statischen Problemen kommen kann“, so die Sprecherin der VGF. Damit könne die VGF die Standsicherheit nicht mehr gewährleisten. Auch die bestehende Entwässerungsanlage sei nicht für eine solche Dachausgestaltung ausgelegt.

Wolle man in Frankfurt also Bienen-Haltestellen, müsse man ganz von vorne anfangen und eine Neukonstruktion anpeilen. Doch neue Haltestellenhäuschen sind aktuell laut VGF nicht geplant. Das heißt: Auch wenn die VGF die Idee gut findet — so bald werden auf Frankfurter Haltestellen keine Blumen blühen und Bienen landen.

Gleise statt Dächer für die Bienen

Zumindest ein anderes bienenfreundliches Projekt entsteht aber aktuell in Frankfurt. Zwischen der Triftstraße und dem Bahnhof Niederrad legt die VGF aktuell ein begrüntes Gleis an, das — anders als bei einem normalem Rasengleis — auch Blütenpflanzen enthält. „Diese Sedum wurde gerade im Hinblick auf bessere Lebensräume für Insekten vorgesehen“, sagt die VGF-Sprecherin. „Gleichzeitig muss es nicht gegossen werden, spart also Geld und es wird kein kostbares Trinkwasser verschwendet, welches ja wohl zukünftig auch immer knapper wird.“

Und: Wenn die „finanziellen Rahmenbedingungen“ gegeben seien, plane die VGF auch in bestehende Bahnstrecken nach und nach mehr Grüngleis einzubauen — je nachdem, ob das Gleis bautechnisch begrünt werden kann und die Arbeiten stadtökologisch Sinn ergeben. (ts)

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