Schwarzarbeit-Razzia bei Frankfurter Reinigungsfirma

In einer großangelegten Aktion haben mehrere Ämter und zwei Staatsanwaltschaften Durchsuchungen in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet durchgeführt. Der Schaden wird auf 4,6 Millionen Euro geschätzt.

Schwarzarbeit-Razzia bei Frankfurter Reinigungsfirma

Um gegen organisierte Schwarzarbeit bei Reinigungsunternehmen vorzugehen, haben die Staatsanwaltschaft, das Hauptzollamt und die Steuerfahndung aus Frankfurt am Dienstagmorgen zusammen mit anderen Ämtern mehrere Gebäude durchsucht und fünf Personen festgenommen. Betroffen waren auch ein Unternehmen aus Frankfurt und mehrere Personen im Main-Taunus-Kreis.

Insgesamt waren rund 500 Mitarbeiter von Zoll und Steuerfahndung bei der Razzia mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet im Einsatz. Sie durchsuchten 48 Wohnungen und Geschäftsräume in Hessen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt werden in drei parallel laufenden Verfahren 13 Menschen beschuldigt. Die drei Reinigungsfirmen sollen den Staat um 4,6 Millionen Euro gebracht haben.

In Frankfurt wird gegen zwei Geschäftsführer einer Reinigungsfirma ermittelt. Sie sollen mit rund 200.000 Euro am Gesamtschaden beteiligt sein. Die Räume ihres Unternehmens wurden auf Beweismittel durchsucht.

Im Main-Taunus-Kreis wurden vier Beschuldigte festgenommen. Gegen sie lagen Haftbefehle vor. Sie sollen nach aktuellem Stand der Ermittlungen für einen Steuerschaden von 2,7 Millionen Euro verantwortlich sein. Einige der von ihnen beschäftigen Reinigungskräfte sollen nur rund 10 Euro Lohn pro Tag erhalten haben.

Die dritte Firma liegt im Kreis Mainz-Bingen. Der mutmaßliche Steuerschaden liegt bei 1,7 Millionen Euro. Einer der drei Beschuldigten wurde am Dienstag ebenfalls festgenommen.

Schwarzgeld über Servicefirmen

Den Beschuldigten wird konkret vorgeworfen, in ihren Gebäudereinigungsunternehmen mit Scheinrechnungen gearbeitet zu haben. Dabei sollen sie sogenannte Serviceunternehmen genutzt haben. Diese Serviceunternehmen sollen die Rechnungen ohne erbrachte Leistungen ausgestellt haben.

Das Geld für die Leistungen überwiesen die Beschuldigten, bekamen es aber abzüglich einer Provision in bar zurück. Mit diesem Schwarzgeld sollen sie dann ihre angestellten Reinigungskräfte bezahlt haben - Steuern und Sozialabgaben führten sie davon allerdings nicht ab. Auch die Servicefirmen und die Wohnungen der dafür Verantwortlichen wurden durchsucht.

Ebenfalls an der Aktion beteiligt waren Beamte der Staatsanwaltschaft Koblenz, der Hauptzollämter Gießen und Koblenz sowie die Steuerfahndungen aus Mainz und Wiesbaden. Bei den Durchsuchungen wurden neben 3000 Euro Bargeld, Computern und Handys auch Maschinengewehrpatronen, illegales Feuerwerk und Elektroschocker gefunden. (ab)

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