Hogrebe hat eine Nische gefunden

Wer schon einmal an dem kleinen Schaufenster an der Hauptwache hinter der Katharinenkirche vorbeigeschlendert ist, hat sich vielleicht gefragt, wie sich so ein Laden, der ausschließlich Regenschirme verkauft, eigentlich halten kann.

Hogrebe hat eine Nische gefunden

Schirm-Klippel gibt es schon seit 1898. In den vergangenen Jahrzehnten hat das Regenschirm-Fachgeschäft an der Hauptwache einige Male seinen Besitzer gewechselt. Der jetzige Inhaber, Johannes Peter Hogrebe, hat den etwa 15 Quadratmeter großen Laden 2012 von seiner 89 Jahre alten Mutter übernommen. Sein Vater hatte das Geschäft 1964 von einer Dame mit Nachnamen Klippel gekauft und es bei dem Namen belassen.

Immer wieder Neues zu entdecken

Der gelernte Einzelhandelskaufmann, der schon mit der Arbeit im elterlichen Betrieb aufgewachsen ist, möchte das Lebenswerk seiner Eltern fortführen. Gab es früher noch viel zu tun für die kleinen Fachgeschäfte, wird das Überleben aber heute für viele Läden zunehmend schwer. Doch Hogrebe scheint eine Nische gefunden zu haben.

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„Wir setzen auf Qualität, das müssen wir auch.“ – Johannes Peter Hogrebe, Geschäftsführer Schirm-Klippel

Im Schaufenster von Schirm-Klippel sind immer wieder neue Regenschirme zu entdecken. Die Antwort auf die Frage, wie sich sein Laden halten kann, liegt laut Hogrebe in der Besonderheit seiner Produkte. Denn seine Schirme sind keine Massenware, sondern nur in kleinen Serien produziert. „Wir setzen auf Qualität, das müssen wir auch“, erklärt Hogrebe. So gibt es beispielsweise handgefertigte Regenschirme mit gewebtem Stoff oder mit einem Stock aus Echtholz.

Auch einen Schirm, der sich nicht nur mit einem Knopfdruck aufspannt, sondern sich mit einem weiteren Knopfdruck wieder zusammenzieht, gibt es in dem kleinen Laden zu kaufen. Hogrebes Kunden, das sind vor allem Bänker und Business-Typen, sagt er: „Das sind Menschen, die die Qualität eines zwar teureren, aber hochwertigen Regenschirmes schätzen. Wenn ein Windstoß kommt, geht so ein Schirm nicht gleich kaputt“, so Hogrebe. Und wenn doch mal etwas kaputt geht? „Dafür gibt es ja eine Garantie. Und darüber hinaus reparieren wir ältere Schirme auch“, fügt er hinzu.

Schirme in allen Formen und Farben - von 25 bis 400 Euro

Die Preise der Schirme liegen im Bereich zwischen 25 und 400 Euro. Und wenn der Regen unvermittelt einsetzt, dann kommen auch die Kunden, die spontan einen Schirm brauchen. „Meist wird in solch einer Situation nach dem billigsten Schirm verlangt, den es gibt. Und wenn wir dann unseren günstigsten Preis mit 25 Euro nennen, gehen die Leute in 50 Prozent der Fälle ohne Schirm wieder raus.“

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Die Bänker greifen vornehmlich zu schlichteren Modellen. Doch Hogrebe hat für seine Kunden auch sehr auffällige Muster, Formen und Farben im Sortiment. Zudem gibt es neben Schirmen auch Gehstöcke und Handfächer zu kaufen. Zwei Mal pro Jahr reist Hogrebe gemeinsam mit seiner Frau nach Paris, um sich die neusten Materialien, Stoffe, Farben und Formen anzuschauen.

Keine Nachfolger in Sicht

In seiner Werkstatt repariert der 71-Jährige die Schirme seiner treuen Stammkunden. Diese Regenschirme können schon mal bis zu 30 Jahre alt sein, wie er sagt. Nachfolger, die den Laden übernehmen werden, gibt es bisher nicht. Hogrebe und seine Frau haben keine Kinder, wünschen sich aber, dass das Geschäft weitergeführt wird. Aber bis dahin ist noch Zeit, wie er sagt: „So lang es sich noch rentiert und so lang es uns noch Spaß macht, machen wir das. Und das tut es.“

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