Beginnt jetzt der Abriss des Glauburgbunkers?

Baumfällarbeiten vor dem Glauburgbunker haben Anwohner aufgeschreckt. Sie wollen den Bunker erhalten und von der Stadt über eventuelle Abrissarbeiten informiert werden. Hat die Stadt diesen Wunsch ignoriert?

Beginnt jetzt der Abriss des Glauburgbunkers?

Als die Sägen aufheulten, war das Entsetzen der Anwohner am Donnerstag groß: Der erste Baum vor dem Glauburgbunker wurde gefällt. Schon seit einiger Zeit ist der Abriss des Bunkers in der Schwarzburgstraße in Planung. Dort, wo bis Ende 2016 das private Museum Explora lag, soll künftig ein Neubau entstehen. Doch das stößt bei vielen Anwohnern auf Unverständnis.

Um den Bunker zu erhalten, hat sich deshalb bereits vor einiger Zeit die Initiative Glauburgbunker gegründet. Der Initiative zufolge könnte es eine sinnvolle Nutzung für das alte Gebäude geben. „Wir hätten gerne ein Stadtteilzentrum“, erklärt der Gründer der Initiative Ulrich Rathgeb. Im November habe man über den Ortsbeirat Anregungen an den Magistrat übersandt, bisher aber keine Antwort erhalten.

Abrissarbeiten ohne Absprache?

„Wenn das wirklich schon Abrissarbeiten wären, wäre das ein Vertrauensbruch.“ - Karin Guder (Grüne), Ortsvorsteherin

Am Donnerstag gab es dann Verunsicherung. Arbeiter rückten an, um einen Baum auf dem Bunkergelände zu fällen. Ist das schon das erste Zeichen für einen bevorstehenden Abriss? „Wenn das wirklich schon Abrissarbeiten wären, wäre das ein Vertrauensbruch“, so Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) gegenüber Merkurist. Denn die Stadt hatte zugesagt, die Bewohner im Ortsteil und vor allem den Ortsbeirat zu informieren, wenn es Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Bunker gibt. Von anstehenden Arbeiten habe man aber bisher nichts erfahren.

Auch die Linken-Stadtverordnete Merve Ayyıldız wollte sich in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung auf den neusten Stand hinsichtlich des Bunkers bringen. Sie hatte am 31. Januar eine entsprechende Anfrage an den Magistrat gerichtet. Die Antwort von Planungsdezernent Mike Josef (SPD): „Bis zu einem Abschluss der Verhandlungen [zwischen Stadt und Käufer] bleiben der Abbruchantrag und die Voranfrage ausgesetzt.“

Neue Nutzung noch immer unklar

Denn zuerst muss geklärt werden, wie genau der neue Eigentümer die Fläche des jetzigen Bunkers nutzen will. Vorgesehen sind Wohnungen, ein Restaurant und kulturelle Räumlichkeiten. Daraus ergibt sich allerdings eine Wertsteigerung, welche mit einer Zahlung an die Stadt abgegolten werden muss. Die Höhe dieser Zahlung wiederum kann von der Stadt nicht festgelegt werden, solange nicht klar ist, wie genau die neue Nutzung aussieht. Das geht aus der Antwort auf die Anfrage hervor.

„Bäume kann er auf seinem Grundstück grundsätzlich jederzeit fällen.“ - Günter Murr, Sprecher des Baudezernats

Bis der Eigentümer des Bunkers also keine klar definierten Pläne hat, tut sich nichts. Allerdings: „Bäume kann er auf seinem Grundstück grundsätzlich jederzeit fällen“, erklärt Günter Murr vom Baudezernat der Stadt. Diese Arbeiten stehen folglich nicht im Zusammenhang mit dem Abriss des Bunkers. (lo/ab)

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