Klingenbach ohne Erlaubnis aufgeschüttet

Beim Neubau einer Stromleitung am Klingenweg baute die Mainova eine Umfahrung über den Klingenbach und schüttete ihn dafür mit Schotter zu. Die Untere Naturschutzbehörde war davon jedoch nicht begeistert.

Klingenbach ohne Erlaubnis aufgeschüttet

Der Klingenbach gilt als letzter noch halbwegs intakter Sinterbach am Lohrberg. Deshalb liegt Naturschützern auch viel daran, diesen so gut es geht zu erhalten. Im Mai war die Sorge um den Bach groß: Die Mainova AG schüttete beim Neubau einer Stromleitung im Klingenweg einen Teil des Baches mit Schotter zu. Zuerst berichtete die Frankfurter Neue Presse in der vergangenen Woche über den Vorfall.

Anmeldung versäumt

„Die Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM), eine Tochterfirma der Mainova AG, hatten den Neubau einer Trasse zwischen der Berger Warte und dem Umspannwerk in der Kruppstraße beantragt“, sagt Christa Mehl-Rouschal von der Unteren Naturschutzbehörde Frankfurt gegenüber Merkurist. Dabei ging es um eine etwa zwei Kilometer lange Neubautrasse, für die nur temporäre Baugruben und Baustellen-Einrichtungsflächen sowie ein zeitlich befristeter Baustellenverkehr geplant waren.

„Bei den eingereichten Unterlagen war eine Überbauung des Klingenbaches zu keinem Zeitpunkt vorgesehen.“ - Christa Mehl-Rouschal, Untere Naturschutzbehörde Frankfurt

„Bei den eingereichten Unterlagen war eine Überbauung des Klingenbaches zu keinem Zeitpunkt vorgesehen“, so Mehl-Rouschal. Das Regierungspräsidium Darmstadt (RPD) genehmigte das Vorhaben unter Auflagen.

Während der Bauphase sei dann ein Teil des Klingenbaches auf Höhe des Main-Äppel-Hauses Lohrberg verrohrt und mit einer Asphaltdecke versehen worden. „Im Zuge der Baumaßnahme war die Herstellung einer Umfahrung im Klingenweg erforderlich“, sagt Sven Birgmeier, Pressesprecher der für die Arbeiten zuständigen Mainova AG, dazu. Der Bachabschnitt sei fachgerecht überbaut worden und der Bach durch ein Rohr geführt. Das Bachbett sei dabei nicht abgetragen worden.

„Leider wurde in diesem Zusammenhang versäumt, das zusätzliche Bauvorhaben beim zuständigen RPD gesondert anzumelden“, erklärt Birgmeier. Mehl-Rouschal sagt dazu: „Dieser Vorfall wurde von uns als Untere Naturschutzbehörde unverzüglich beanstandet und der sofortige Rückbau veranlasst.“ Die bauausführende Firma habe dem zum Glück sofort Folge geleistet.

Bachökologie unbeschädigt

Zunächst war die Naturschutzbehörde besorgt, dass die Bachökologie durch den Schotter beschädigt worden sein könnte. Einige der Bachpflanzen seien sichtbar lädiert gewesen. Bei einem Ortstermin mit der beauftragten ökologischen Baubegleitung gab es dann Entwarnung. „Uns wurde bescheinigt, dass durch die vollzogene Überbauung und den Rückbau keine wesentlichen Änderungen oder Schädigungen des Fließgewässers erkennbar sind“, sagt Mehl-Rouschal.

Zudem gehe man davon aus, dass sich die beim Rückbau beschädigten Pflanzenbestände wieder erholen werden. Bleibende Schäden werde es aufgrund der nur sehr kurzzeitigen Überbauung und der vollständigen Entfernung des eingebrachten Materials keine geben.

„Wir haben den Vorgang zum Anlass genommen, unsere internen Abläufe zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.“ - Sven Birgmeier, Pressesprecher der Mainova AG

Die Mainova AG nutzt den Vorfall indes für eine Optimierung. „Wir haben den Vorgang zum Anlass genommen, unsere internen Abläufe zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen“, sagt Birgmeier. Weiterhin seien sie in engem Kontakt mit den beteiligten Behörden, um Abläufe künftig optimieren zu können. (ab)

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