Lufthansa testet Software zur Erkennung von Handgepäck

Um die Abfertigung vor dem Flug zu vereinfachen, hat die Lufthansa in Frankfurt ein neues System getestet. Künftig soll das Handgepäck damit automatisch auf die richtige Größe geprüft werden.

Lufthansa testet Software zur Erkennung von Handgepäck

Wer schon mal geflogen ist, kennt das wahrscheinlich: Beim Einchecken merkt irgendjemand, dass sein Handgepäck doch nicht in die Fächer über den Sitzen passt. Dann muss es doch noch aufgegeben werden, schlimmstenfalls verzögert sich sogar der Flug.

Um sicherzustellen, dass das in Zukunft nicht mehr vorkommt, hat die Lufthansa zusammen mit dem Softwareunternehmen Cataclysts ein neues System getestet. Die Idee hinter dem neuen Ansatz: Die Größe von Gepäck frühzeitig zu erkennen - und zwar vollkommen automatisch.

Software und Kamera als zentrale Bausteine

„Die Luftfahrtunternehmen haben großes Interesse daran Übergepäck in den Kabinen zu reduzieren und stehen mit entsprechendem Nachdruck hinter dem Einsatz einer automatisierten Erkennung“, erklärt Bernhard Niedermayer von Cataclysts. Dafür soll eine einfache Kamera ausreichen, die Software ist allerdings um einiges komplexer. Genaue Angaben zu der Software will das Unternehmen nicht machen.

So viel aber wird verraten: Ursprünglich wurde das Programm dafür entwickelt, automatisch verschiedene Gepäckstücke zu unterscheiden und nachzuverfolgen. Sie soll auch erkennen, ob das Personal das Gepäckstück bearbeitet oder ob mehrere Gepäckstücke übereinander liegen. Und da es aber beispielsweise hunderte schwarzer Trolleys derselben Größe gibt, scannt das System nach Besonderheiten. „Welche Eigenheiten unterscheiden das Gepäckstück von anderen?“, ist die zentrale Frage. Das können Beispielsweise Aufkleber oder auch Kratzer sein.

Wenn das System ein Gepäckstück erfasst hat, ordnet es ihm eine Nummer zu. „Die Bilder werden nahezu in Echtzeit verarbeitet“, heißt es von Cataclysts. Ein Umweg über Server ist nicht notwendig. Anhand der Bilder kann das Gepäck vom Check-Inn bis zur Übergabe an den Fluggast verfolgt werden. Durch das System soll Personal und Zeit gespart und die Sicherheit erhöht werden.

Test bei Lufthansa in Frankfurt

Bei Lufthansa setzt man noch eine andere Anwendungsmöglichkeit: „Grundsätzlich halten sich mehr als 85 Prozent aller Passagieren an die geltenden Handgepäcksbestimmungen“, aber eben nicht alle, erklärt eine Sprecherin. Mit der Software von Cataclysts könnte vor der Sicherheitskontrolle überprüft werden, ob das Handgepäck die richtige Größe habe.

Reaktionen von Passagieren gab es auf das System laut Lufthansa noch nicht. Diese müssten sich aber auch keine Gedanken machen, versichert die Sprecherin: „Passagiere wurde bei dem Test nicht erfasst oder verfremdet.“ Außerdem habe man alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen vorher geprüft.

Bei Cataclysts ist man derweil optimistisch, dass da System bald eingesetzt wird. „Die automatische Gepäckerkennung ist ausgereift und bereit für den Einsatz“, sagt Niedermayer von dem Softwareunternehmen. (nl)

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