Mainufersperrung sorgt bei Autofahrern für Ärger

Seit Ende Juli ist ein Teil des nördlichen Mainufers für Autos gesperrt. Rund 13 Monate soll das getestet werden, bevor sich entscheidet, wie es künftig weitergeht. Doch bei vielen Autofahrern sorgt die Sperrung für Ärger. Was die Stadt dazu sagt.

Mainufersperrung sorgt bei Autofahrern für Ärger

Seit Ende Juli ist der Frankfurter Mainkai autofreie Zone. Bis Ende August 2020 soll so getestet werden, wie sich der Verkehrsfluss verändert und ob eine dauerhafte Sperrung des Mainkais für Autofahrer die Innenstadt attraktiver macht.

Doch bei einigen Autofahrern sorgt die Sperrung immer wieder für Ärger — sei es im Alltag oder während Festen am Main. Einen „Verkehrsinfarkt durch Mainufersperrung und Fahrbahnverengung am Börneplatz“ sieht dort beispielsweise Merkurist-Leser Ali, wie er in seinem Snip schreibt. Während des Museumsuferfestes im August habe sich die Situation noch einmal verschärft.

Diskussion über Mainufersperrung

Auch andere Leser schalten sich in die Diskussion ein. Merkurist-Leser Hans findet: „Es muss eine gesunde Mischung gefunden werden.“ Einfach Straßen zu sperren sei nicht die Lösung. Leser Tyr ist ebenfalls nicht zufrieden:

Merkurist-Leser Yo-Yo hofft dagegen, dass durch die Sperrung ein Umdenken bei den Frankfurter Pendlern und Autofahrern stattfindet.

Aber wie sieht die Stadt die Sperrung? Und gibt es Pläne, den Verkehr vor Ort zu entlasten? Zumindest Umleitungsempfehlungen seitens der Stadt wird es auch weiterhin nicht geben. „Denn dies würde dem Versuchscharakter der Maßnahme widersprechen“, sagt Hans Preißl, Referent im Verkehrsdezernat, gegenüber Merkurist. Dass es vor allem während des Museumsuferfests solche Probleme gegeben habe, liege daran, dass die Sperrung auf der südlichen Seite des Flusses wegen der Auf- und Abbauzeiten auch an Werktagen stattfindet, so der Referent.

Was die Stadt zur Testsperrung sagt

Durch die Sperrung sollen laut Preißl die „stadträumlichen und verkehrlichen Folgewirkungen“ untersucht werden. Ziel ist es, die Attraktivität der Innenstadt für Fußgänger und Radfahrer zu steigern. Die Sperrung vorzeitig aufzuheben, wie von manchen Bürgern gefordert wird, ist daher wohl keine Option. „Um hier zu einer fundierten Bewertung zu gelangen, hält der Magistrat einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten für notwendig“, so Preißl.

Ob es tatsächlich zu mehr Staus kommt, kann das Verkehrsdezernat noch nicht mit Zahlen belegen, denn die Verkehrsuntersuchungen laufen noch. „Der Verkehr wird erst im März gezählt, weil die Vorabzählung auch im März stattgefunden hat“, so Preißl. Nur so sei die Vergleichbarkeit der Verkehrsmengen gegeben. „Wir rechnen aber damit, Anfang November erste Aussagen auf Grund von Reisezeitenvergleichen machen zu können“, sagt Preißl weiter. Diese seien allerdings nicht so aussagekräftig wie die Zählungen im März.

Zu enge Fahrbahn in der Kurt-Schumacher-Straße?

Außer der Mainufersperrung sorgt noch ein weiterer Faktor laut einiger Merkurist-Leser für einen schlechten Verkehrsfluss — und zwar eine Fahrbahnverengung.

Doch der ausgebaute Radweg hat einen tragischen Grund. 2018 verunglückte dort ein Radfahrer tödlich. Er wurde von einem Lkw überfahren, nachdem er auf dem Gehweg zwischen Pollern ins Straucheln geriet, weil er einigen Fußgängern ausweichen musste, und deshalb auf die Straße stürzte. „Die Unfallkommission hat die Verlängerung der Radverkehrsanlage über den Knotenpunkt Battonstraße hinaus und deren bauliche Absicherung angeordnet“, erklärt Preißl. „Darum ist im betroffenen Bereich eine Fahrspur Richtung Norden für den KFZ-Verkehr entfallen.“ (rk)

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